WASHINGTON - Am 21. März eröffnet das größte Museum zur Geschichte der Deutschen in den USA.
"Wir wollen zeigen, welch großen Anteil die Deutschen an der Geschichte der USA haben", sagt Rüdiger Lentz, Gründungsdirektor des durch Spenden finanzierten German-American Heritage Museum.
"In der amerikanischen Öffentlichkeit mangelt es an Wissen über dieses wichtige Kapitel ihrer Geschichte."
Immerhin rund 50 Millionen US-Bürger, ein Sechstel der Bevölkerung, führen ihre Wurzeln auf Deutschland zurück.
Deutsch-Amerikaner
Das sind mehr als etwa diejenigen, deren Vorfahren aus Großbritannien oder Irland kommen.
Mit historischen Fotos, Plakaten, Schautafeln und Ausstellungsstücken dokumentiert das Museum die Massenemigration über den Atlantik und das Schicksal der Deutsch-Amerikaner in ihrer neuen Heimat.
13 Familien aus Krefeld gründeten 1683 Germantown in Pennsylvania, die erste deutsche Siedlung in Nordamerika.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wanderten mehr als acht Millionen Deutsche auf der Suche nach wirtschaftlichem Aufstieg und politisch-religiöser Freiheit in die USA aus. Unter ihnen waren Prediger, Revolutionäre, Glücksritter.
Der Beitrag deutscher Einwanderer reicht von Levi's Jeans bis zu Heinz Ketchup, das neue Museum zeichnet ihre Geschichten nach. Vor allem im Osten und Mittleren Westen der USA etablierten sich im 19. Jahrhundert geschlossene deutschsprachige Gemeinschaften.
Vereine, Zeitungen, musikalische Traditionen und deutsche Schulen garantierten den Erhalt der kulturellen und sprachlichen Identität in der neuen Umgebung.
Kriegsgegner
An "Hockemeyer's Hall", dem Sitz des Museums, lässt sich auch der Wandel der deutsch-amerikanischen Gemeinschaft ablesen. Als der deutsche Kaufmann das Haus 1888 errichten ließ, lag es mitten in Washingtons florierendem deutschen Viertel. Gleich um die Ecke zapfte "Dietz's Ratskeller" frisches Bier.
Heute zählt die Gegend zu Chinatown, Immigranten aus China wohnen hinter den deutschen Klinkerfassaden. Im heutigen Amerika sind die Deutschen als eigenständige Gruppe kaum mehr erkennbar: Sie sind im Laufe der Zeit einfach im bunten Bevölkerungsmix der USA aufgegangen.
Die Bindungen an die alte Heimat hatten im Ersten Weltkrieg rapide nachgelassen. Deutsch-Amerikaner waren in einen Loyalitätskonflikt geraten: Sie wurden der Sympathie für den Kriegsgegner Deutschland verdächtigt. Zeitweise war in Schulen sogar der deutschsprachige Unterricht verboten. Im Zweiten Weltkrieg verstärkte sich die Abkehr von der Heimat der Vorfahren.
Bis heute aber haben deutsche Traditionen in den USA unter dem Mantel der Folklore überlebt. Zwar sprechen die meisten Deutschstämmigen die Sprache ihrer Ahnen nicht mehr und nur noch 14 Prozent der Schulen in den USA bieten überhaupt Deutschunterricht an - Tendenz fallend.







